Schwäb. Zeitung vom 07. 05. 2015

„Unsere Brücke“ sucht weitere Unterstützer

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Verein kümmert sich in Biberach um Patienten unmittelbar nach
ihrer Klinik-Entlassung

Biberach (gem) – Der Förderverein „Unsere Brücke“ unterstützt seit Oktober 2013 Patienten, die aus der Sana-Klinik Biberach entlassen werden, bei der Koordination ihrer häuslichen und medizinischen Probleme. Inzwischen erhält der Verein bis Ende 2017 eine finanzielle Förderung durch das Sozialministerium des Landes. Er wünscht sich aber weitere Mitglieder und Spenden, um seine Arbeit dauerhaft auf tragfähige Füße zu stellen.
Auslöser für die Vereinsgründung war die Einführung der sogenannten Fallpauschalen im Gesundheitswesen im Jahr 2004. Diese führen seither dazu, dass sich die Verweildauer von Patienten in der Klinik verkürzt hat. „In Biberach beträgt die mittlere Liegezeit aktuell fünf Tage“, sagt Professor Norbert Heni, Vorsitzender des Vereins. Ziel des Vereins, den Heni 2005 zunächst am damaligen Krankenhaus Ochsenhausen gründete, war, „einen verlängerten Arm von der Klinik nach Hause zum Patienten zu haben“, sagt er, „eine Brücke also.“
Diese Brücke schlagen examinierte Krankenschwestern, die die betreffenden Patienten meist durch ihre stationäre Tätigkeit in der Klinik kennen. In den zwei bis drei Wochen nach der Entlassung besuchen sie „ihre“ Patienten noch ein bis zwei Mal pro Woche. „So können sie eine mögliche Verschlechterung des Zustands erkennen und zusammen mit dem Hausarzt die notwendigen Schritte unternehmen“, sagt Heni.
Finanziert wird diese Betreuung durch den Verein, dem Patienten entstehen keine Kosten. „Uns ist wichtig zu betonen, dass wir keine Konkurrenz zu ambulanten Pflegediensten sind“, sagt Heni. Es gehe lediglich um eine kurzfristige medizinische Betreuung.
Den Verein in Ochsenhausen gibt es trotz Krankenhausschließung mit einer eigenständigen Finanzierung weiterhin. In Biberach wurde „Unsere Brücke“ im Oktober 2013 gegründet. Inzwischen betreuen hier insgesamt 13 Krankenschwestern Patienten, vor allem aus dem Gebiet der inneren Medizin, in der Zeit nach ihrer Entlassung aus der Biberacher Klinik.
Der Fokus liegt dabei vor allem auf älteren Menschen, Alleinstehenden oder Patienten, deren Familien nicht in der Nähe wohnen oder die kein soziales Netzwerk haben. „Die Entscheidung, ob er die Dienste des Vereins in Anspruch nehmen möchte, trifft jeder Patient selbst“, sagt Heni. Seit Ende 2013 hat „Unsere Brücke“ auf diese Weise in Biberach 85 Patienten unterstützt.
Zuschuss und Evaluierung
Finanziert wird die Arbeit des Vereins durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und seit Kurzem auch durch einen Zuschuss des Sozialministeriums, der bis Ende 2017 läuft. Zu diesem Zuschuss gehört auch eine wissenschaftliche Evaluierung der Arbeit des Vereins. „Die Hoffnung dabei ist, dass wir es dadurch irgendwann erreichen, dass unsere Unterstützung von den Krankenkassen finanziert wird“, sagt Heni. Aus seiner Sicht profitieren nämlich Patient, Klinik, Mitarbeiter und auch Krankenkassen von der Arbeit des Vereins „Unsere Brücke“. Um die Finanzierung über 2017 hinaus sicherzustellen, wünscht sich Heni weitere Mitglieder, die mit ihrem Mitgliedsbeitrag die Arbeit unterstützen. Genauso sind auch Spenden willkommen.
Bis zum Ende des Jahres möchte der Verein „Unsere Brücke“ auch Krankenschwestern an den Kliniken in Laupheim und Riedlingen für die Arbeit als „Brücke“-Fachkräfte gewinnen, sodass jeder Bürger im Landkreis, der diese Unterstützung braucht, sie auch bekommen kann.

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