Schwäb. Zeitung vom 15. 09. 2016

„Un­se­re Brü­cke“ dehnt En­ga­ge­ment aus

Verein hilft jetzt auch Patienten in Laupheim und Riedlingen nach der Klinikentlassung

 Von Gerd Mägerle 15. September 2016

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  • Sie sind die “Brücke”-Fachkräfte im Bereich Biberach: (v. l.) Rosmarie Fluhr, Andreas Bretzel, Sema Tekelioglu, Franziska Stebner, Stefanie Hofmann, Renate Schlichthärle, Maria Wenger, Silvia Zech und Sabine Hölzer.  Foto: privat

Biberach – Patienten, die in Biberach aus der Sana-Klinik entlassen werden und sich in den ersten Tagen Unterstützung bei medizinischen und häuslichen Problemen wünschen, können die Hilfe des Vereins “Unsere Brücke” in Anspruch nehmen. Krankenschwestern der Klinik besuchen die Patienten dann zu Hause. Seit 2013 gibt es das Angebot in Biberach, jetzt auch für Patienten der Sana-Kliniken in Riedlingen und Laupheim.

“Wir freuen uns, dass es gelungen ist, unsere Unterstützung auch auf Laupheim und Riedlingen auszudehnen, sagt Norbert Heni vom Vorstand des Vereins. Inzwischen verfügt “Unsere Brücke” über 16 Krankenschwestern und medizinische Fachkräfte, die sich neben ihrer Arbeit in der Klinik auch um Patienten kümmern, die sich nach der Entlassung schwertun. In 220 Fällen hat “Unsere Brücke” seit 2013 auf diese Weise geholfen.

Klinikaufenthalt immer kürzer

“Die Verweildauer in der Klinik wird – politisch gewollt – immer kürzer”, sagt Ksenija Gajski, Pflegedienstleiterin der Sana-Klinik. “Nicht alle Patienten kommen nach der Entlassung zu Hause sofort wieder zurecht, brauchen Hilfe bei der Medikamentendosierung oder anderen medizinischen Fragen.” Diese Brücke von der Klinik nach Hause schlagen die Krankenschwestern, die ungefähr zwei Mal in den ersten zwei Wochen die Patienten besuchen. Das Angebot richtet sich vor allem an ältere Menschen, an solche, die nicht ausreichend mobil sind oder keine Angehörigen haben, die nach ihnen schauen können.

“Man darf das aber nicht mit einem ambulanten Pflegedienst verwechseln”, sagt Heni. “Unsere Brücke” sei ein niederschwelliges, unkompliziertes Angebot, “bei dem wir durch Hausbesuche nachschauen, ob der Patient gut zurecht kommt”. Ziel sei es, eine Wiedereinweisung in die Klinik möglichst zu vermeiden.

Im Idealfall erkennen die Pflegekräfte bereits in der Klinik, dass ein Patient auf eine solche Unterstützung angewiesen ist und vermitteln den Kontakt zum Verein “Unsere Brücke”. Wer der Meinung ist, dass er diese Unterstützung braucht, kann sich auch selbst danach erkundigen. “Der Sozialdienst und die Mitarbeiter in den drei Kliniken wissen um das Angebot”, sagt Ksenija Gajski.

Verein hilft kostenlos

Für die Patienten ist die Inanspruchnahme der Hilfe des Vereins kostenlos. “Unsere Brücke” finanziert sich aus Spenden sowie aus Mitteln des baden-württembergischen Sozialministeriums. Noch bis Ende 2017 ist der Verein dort in ein Projekt eingebunden, bei dem die Arbeit wissenschaftlich evaluiert wird. “Natürlich freuen wir uns über weitere Spenden, die unsere Hilfsangebote dauerhaft sichern”, sagt Heni.

Weitere Informationen zum Verein und zu seiner Unterstützung gibt es unter:
www.unsere-bruecke.de

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